„Subbota“ (Sonnabend)

… entschuldigt bitte das verspätete zurückmelden. Ich musste mich erst einmal von den vielen Frauen vom letzten Sonntag erholen. Abgesehen davon sollt IHR doch fleißig schindern und nicht meinen Blog lesen. 😉

Milchpackung: kennt Ihr die noch von früher ... ?

Milchpackung: kennt Ihr die noch von früher … ?

Viele Unterrichtsstunden sind seit letzter Woche vergangen und selbst ich lerne tatsächlich täglich etwas hinzu, auch in der russischen Sprache.

Obwohl es eigentlich nicht meine Art ist, Frauenaugen zum leuchten zu bringen, entschloss ich mich, am Dienstag erneut, den schokoladenhaltigen Frühstücksbelag zu erwerben. Die Freude war sichtbar: sowohl in den Gesichtern der zwei Töchter als auch in jenem des Ehemanns Maksim.

Die Woche über verlief ruhig und entspannt. Meine Lehrerin, Nina, (sie sei 46 Jahre alt – teilte sie mir unaufgefordert mit, nachdem ich mich in einem Lernspiel weigerte, sie nach ihrem Alter zu fragen) und ich gingen am Mittwoch in ein Cafe. Meiner Gastfamilie ist das gekaufte Wasser ausgegangen, was mir ein wenig peinlich war und so setzten wir den Unterricht, praxisorientiert in einem russischen Cafe, fort. Sie erzählte mir, am nächsten Tag habe ihre Tochter Geburtstag, sie werde 24 Jahre alt. Sie habe zwei Töchter … Warum erwähnen eigentlich alle, dass sie junge und unverheiratete Töchter hätten ?

Am nächsten Tag, dem Geburtstag ihre Tochter, beendete ich meinen Unterricht früher und entliess Nina vorzeitig in den Feierabend. Im kleinen Kreis wurde gefeiert, erklärte sie mir am folgenden Tag.

Da Maksim oft tagsüber arbeiten ist und er erneut nicht allzuviel von dem fetthaltigen, braunen Brotaufstrich erhielt, brachte ich ihm gestern eine dunkle, koffeinhaltige Limonade mit, die er gerne trinkt.

Heute ist Sonnabend (Subbota), also Wochenende.

Nachdem der Tag ausgeruht begann und die Mahlzeiten (Frühstück, Mittag und Kaffee) praktischerweise zu einer vereint wurden, begab ich  mich am frühen Nachmittag in einen „Salon“ (Friseur).

Neben einen gepflegten Kurzhaarschnitt ließ ich mir auch den zwischenzeitlich zugelegten „Gesichtsteppich“ stutzen, zu sehr moderaten Preisen. Alles in allem kostete mich der Besuch 70 Griwna (ca. 3,69 €, zuzüglich Trinkgeld) und  ist damit doppelt so teuer, wie der sonst „normale“ Maschinenhaarschnitt.

Auf dem Rückweg wurde noch in aller Ruhe ein Heißgetränk genossen und anschließend der Heimweg angetreten.

Meine Gastfamilie war nicht zugegen, so dass ich deutschprachige Webseiten nach Sehenswürdigkeiten in Kiew durchforstete. Schnell wurde ich fündig und so begab ich mich wieder zurück – auf die Straßen Kiews.

Mit der Metro fuhr ich bis zum „Hidropark“ (Station 124). Als ich eintraf, war es bereits dunkel.

Die Temperaturen pendeln mittlerweile im einstelligen Bereich. Bekanntschaft mit „Deduschka Moros“ (Großväterchen Frost) haben wir hier in Kiew schon machen dürfen, bei meiner Kleidung kein Problem.

An der obigen Station hatten nur noch wenige Bars, Cafes und Restaurants geöffnet. Aus einigen Lautsprechern dröhnten kräftige, satte Bässe, aus anderen verzerrte Klänge, die sich Teils überschrien. Man merkte schnell, dass die Saison vorbei  ist.

Mein verwöhnter Körper lechtzte nach einem kleinen Spaziergang. Ich wendete mich dem Bahnhof ab und lief auf einem schlecht beleuchtenden Geh-/Fahrweg. Allmählich wurde es ruhiger, die Musik der Locations und die Stimmen der Spaziergänger leiser. Ich folgte dem Weg, der aus kleinen, unebenen Betonplatten bestand, gesäumt von großen Bäumen links und rechts sowie Laternen, die nur einen Teil ausleuchteten, ohne zu wissen, wohin er mich führt.

Vereinzelt begegneten mir Spaziergänger und Fahrzeuge.

Kurze Zeit später befand ich mich am Fuße des „Dnepr“, jenem großen Fluss, der Kiew in zwei Teile spaltet.

Der Weg am Strand war nur sporadisch ausgeleuchtet. Auf der gegenüberliegenden Flußseite entdeckte ich einige Gebäude und ein Denkmal, welche ich nachfolgend für Euch dokumentierte:

Sicht auf das gegenüberliegende Ufer des Dnjepr in Kiew

Sicht auf das gegenüberliegende Ufer des Dnepr in Kiew

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Kievo Pecerskoj-Lavre (u. a. Museen und zwei Höhlenklöster)

Mutter-Heimat-Statue

Mutter-Heimat-Statue

Einige Meter weiter entdeckte ich am Wegesrand eine kleine, idyllische Holzhütte. Vor ihr stand ein älterer Mann, der die Holzkohle auf einem Grill nachlegte. Auf der anderen Seite des Grills drehte er das darauf gelegte, saftige Fleisch um. Die heruntertropfende Flüssigkeit des mit einem „Piwa“ (Bier) benetzten Fleisches ließen einige Funken und den Qualm des verbrennenden Holzes in den nächtlichen Himmel aufsteigen.

Ich machte am Ort Rast und konsumierte ein Heißgetränk. Die Gäste des kleinen Strandcafes unterhielten sich, sangen zu der abgespielten Musik und genossen sichtlich den frühen Novemberabend.

Nach einiger Zeit setzte ich meinen Weg fort und begab mich zur Metrostation „Hidropark“ zurück.

Trotz Dunkelheit und schlechter Beleuchtung, sah ich diverse Senioren entspannt spazieren gehen. In den Großstädten in Deutschland ein seltener Anblick, für diese Uhrzeit.

Spontan entschied ich mich, heute erneut weiter in die Stadt bzw. ins Zentrum zu fahren.

Dort entstanden diese Aufnahmen …

"Funicular" Blick auf den Dnepr

„Funiculer“ – Blick auf den „Dnepr“ (Station 216), eine 2,5 bis 3 minütige Fahrt, mit einer gefühlten Geschwindigkeit von 2,7 km/h, kostet 1,50 Griwna (aufgerundet ca. 0,08 €)

"Funicular" von oben

„Funiculer“ – die Standseilbahn in Kiew von oben

Gebäude des ukrainischen Außenministeriums

Gebäude des ukrainischen Außenministeriums

Michaelskirche bzw. -kloster

Michaelskirche bzw. -kloster

... in Gedenken an ...

… in Gedenken an … (heute vor dem Michaelskloster)

Denkmal der Prinzessin Olga, heute einmal bei Nacht

Denkmal der Prinzessin Olga, heute einmal bei Nacht

Luxushotel neben Jahrhundertbau, einmal nachts

Luxushotel neben Jahrhundertbau, einmal nachts

Sophienplatz vor der Sophienkirche, bei Dunkelheit

Sophienplatz vor der Sophienkirche, bei Dunkelheit

Sophienplatz, mit dem Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Blick auf das Michaelkloster

Sophienplatz, mit dem Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal mit Blick auf das Michaelkloster

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Chreschtschatyk - die Flaniermeile Kiews, bei Nacht

Chreschtschatyk – die Flaniermeile Kiews, bei Nacht

... an Sonn- & Feiertagen wird die Flaniermeile für den Fahrzeugverkehr gesperrt

… an Sonn- & Feiertagen wird die Flaniermeile für den Fahrzeugverkehr gesperrt

... die andere Seite der bekannten Straße

… die andere Seite der bekannten Straße, wenige Minuten später (Station 217)

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Rathaus von Kiew

... die "Passage" ...

… die „Passage“ …

Jetzt ist Schluss mit Bildern, sonst schlaft Ihr mir noch vor Langeweile, wegen den vielen Fotos, bei der Arbeit ein …

So, mein Abendprogramm ist nicht Teil dieses Blogs und sehr, sehr langweilig.

Euch jetzt viel Spaß im Zappeltempel oder mit Euren Liebsten in der (ggf. gedanklichen) Nähe.

 

Bis demnächst, liebe Grüße an die zwei Menschen, die mich kennen ( & mögen 😉 ) und bleibt mir schön gesund !

 

… der Reisende 😉

 

der Reisende präsentiert: XUT Nomer 13 😉

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