… it’s „Teatime“ oder: „Wremja pit Tschai“ (Teezeit)

„Kinder wie die Zeit vergeht“, hörte ich immer wieder. Tatsächlich bin ich nun schon zwei Wochen hier.

Ich ertappe mich dabei, dass ich nicht das aktuelle Datum weiß. Vielleicht liegt es daran, dass es für mich derzeit absolut unbedeutend ist oder ich ‚jetzt schon‘ alt werde.

Ohne Mobilfunktelefon und Armlast scheine ich ebenso zu „überleben“ … : – )

Eines ist jedoch geblieben: … die „Schreibhilfe“ des Herstellers. Leider lässt sie sich nicht, wie die T9-Funktion beim Telefon, ausschalten und lernen kann sie scheinbar auch nicht. In der Regel sitzt jedoch das Problem 30 cm vor den technischen Geräten …

Zurück zum Thema.

In den vergangenen Tagen durchlief ich den bereits geschilderten Ablauf, ohne nennenswerte Vorkommnisse. Von Kiew zu sehen bekam ich kaum etwas Neues, dessen war ich mir jedoch bei der Buchung des intensiven Sprachkurses bewusst.

... abwärts geht es doch immer oder? Hier: einer von meinen zwei Fahrstühlen

… abwärts geht es doch immer, oder? Hier: einer von meinen beiden Fahrstühlen

Sobald ich meine Wohnung verlasse und mit dem Fahrstuhl nach unten fahre, frage ich mich, komme ich unten gut an. Der Fahrstuhl fährt nicht gleichmäßig und schwankt bzw. pendelt ein wenig hin und her. Zudem höre ich immer wieder das nicht gleichmäßige rasseln einer Kette. Egal. Das ist ja ein Abenteuerurlaub.

Mein Hochhaus ist schätzungsweise 30 bis 40 Jahre alt.

Office und mein "Kontrollpunkt" im Erdgeschoss

Office und „Kontrollpunkt“ im Erdgeschoss

Die Fahrstuhlfahrt lebend überstanden, sehe ich dieses kleine Office.

In der Regel sitzt dort ein Mensch, der aufpasst. Bei uns würde man von einem Concierge sprechen.

Sobald ich in mein Wohnhaus zurück kehre, muss ich angeben, wohin ich konkret möchte, unter Angabe der Wohnungsnummer oder des Familiennamens, auch wenn ich die Klutchi (Schlüssel) sichtbar in der Hand halte. Das „einschleusen“ von „flüchtigen Bekanntschaften“ ist nicht so einfach …

Namensschilder gibt es hier weder am Hauseingang noch an der Wohnungstür. Die Menschen sind scheinbar nur Ziffern im System. Das kenne ich irgendwoher. 😉

Ein "ungestörter" Blick in die "Kommandozentrale"

Ein „ungestörter“ Blick in die „Kommandozentrale“

Nachdem ich bereits ein wenig vorgefühlt habe, was meine Gastfamilie am ehesten trinken würde, entschloss ich mich, eine Flasche Wein zu kaufen.

Also begab ich mich gestern, nachdem ich fast sechzig Prozent des Tages verschlafen habe (oder ausgiebig Energie getankt habe – Ihr wisst ja, der Blickwinkel…), nach dem eingenommenen „Frühstück“, meinen alltäglichen Spaziergang und einem Heißgetränk, in einen Einkaufsmarkt.

"... unsere kleine Farm ..."

„… unsere kleine Farm …“

Von der hiesigen Landessprache noch immer keine Ahnung, versuchte ich, eine Flasche Rotwein zu erwerben.

... steht bereits längere Zeit unbeschädigt neben dem Gehweg. Hier laufe ich oft vorbei ...

… steht bereits längere Zeit unbeschädigt neben dem Gehweg. Hier laufe ich oft vorbei …

Nach gefühlten vierzig Minuten, es waren „nur“ zwanzig Minuten, entschloss ich mich, einen französischen Wein zu kaufen. Grund: auf der Flasche standen auch einige deutsche Worte …

So stellte ich gleich den Wein bei meiner Rückkehr in den Kühlschrank.

Noch gestern Abend genossen meine Gastfamilie und ich das alkoholische Getränk. Anatoli, das Familienoberhaupt, schaute spontan zu Hause vorbei. Zwischenzeitlich übernachtet er in seiner Datsche und bringt gelegentlich Kartoffeln, aus eigenem Anbau, mit.

Nachdem er merkte, dass der Wein von mir stammt, fragte er, ob ich auch Rum, Whisky und Bier trinke. Wie er das wohl meinte. :-)))

Obwohl er noch zur Datsche zurückfahren musste, stieß er mit an.

Am späten Abend, nachdem sich die Töchter in ihr Schlafgemach zurückzogen und der Vater abreiste, sahen Maksim (der Ehemann der schwangeren Tochter meiner Gasteltern) und ich uns eine Reportage über einen ukrainischen Boxweltmeister an, dessen Bruder derzeit amtierender Bürgermeister von Kiew ist.

 

Nach dem heutigen aufstehen begab ich mich erneut in das Stadtzentrum, um weitere Fotos bzw. Schnappschüsse zu machen.

... nicht im "Schneckentempo" gibt es hier Heißgetränke ...

… nicht im „Schneckentempo“ gibt es hier Heißgetränke …

Ich erinnerte mich an ein Gespräch mit meiner hiesigen Lehrerin, die meinte, von einem Hotel könne man gut über Kiew hinwegschauen.

Mitten im Herzen der Stadt: Luxushotel neben Jahrhundertbau

Mitten im Herzen der Stadt: Luxushotel neben Jahrhundertbau

So begab ich mich heute zu diesem Luxushotel, um dort mein tägliches Heißgetränk einzunehmen.

Ausblick von der Dachterrasse des Cafes

Ausblick von der Dachterrasse des Cafes

Als Essen wählte ich eine warme Apfelspeise, mit erwärmten Nüssen, einer Kugel Eis und Mascarpone, natürlich standesgemäß serviert … – ebenso wie die Rechnung. 😉

Auf der gleichen Etage des Cafes konnte ich anschließend auf die Terrasse gehen, um einen Teil der heute online gestellten Schnappschüsse anzufertigen.

Blick auf den Sophienplatz, im Hintergrund die Sophienkirche

Blick auf den Sophienplatz, im Hintergrund die Sophienkirche

Maidan, Blick auf den Platz, nicht vom Cafe des Hotels

Maidan, Blick auf den Platz, nicht vom Cafe des Hotels

Als ich nach Hause kam, saßen beide Töchter meiner Gastfamilie im Wohnzimmer zusammen und sprachen offensichtlich entspannt mit einer Freundin, bei einer Kanne Tee.

Da ich gewöhnlich den Frauengesprächen auch in der Heimat nicht viel entnehmen kann, begab ich mich in mein Zimmer, um etwas zu lernen. Meine „Lernstunde“ hielt ich nicht vollständig durch.

Das wichtige Frauengespräch nutze ich nun, um meiner Familie diese Zeilen zu hinterlassen …

Zwischenzeitlich sind nun zwei weitere Freundinnen mit einem ca. vierjährigen Jungen eingetroffen. Mittlerweile essen sie Abendbrot.

Ich werde mich zu meiner zehnten, neuen Bekanntschaft oder so 😉 gesellen und diesen Beitrag, mitsamt Bildern, etwas später veröffentlichen.

Puuuh, mittlerweile ist es schon 22 Uhr und neben mir sitzen acht ukrainische Frauen (davon die beiden Töchter) zwischen (schätzungsweise) 22 und 28 Jahren und ich verstehe kein Wort. Aber muss oder kann man(n) das immer … ? 😉

Irgendwie komme ich mir wie der Löwe im Zoo vor, den „Alle“ einmal sehen wollen, DDD – den deutschen Dicken.

Neben zwei Herren, lerne ich hier alle zwei bis drei Tage eine neue Frau in der Wohnung meiner Gasteltern kennen, obwohl sie scheinbar auch ihre zweite Tochter „unter die Haube“ bringen möchten. Prawda (ehrlich).

Ich muss mal eben online schauen, ob ich hier ungewollt einen Partnervermittlungsvertrag oder so angekreuzt und unterschrieben habe.

Hoffentlich kommt Maksim bald von Arbeit nach Hause … der mir gestern in einer ruhigen Minute auch noch spontan sein Hochzeitsalbum zeigte.

 

Bis bald, liebe Grüße aus Kiew und gute Nacht in die Heimat, wünscht …

 

… der Reisende 😉

 

der Reisende präsentiert: XUT Nomer 12 😉

XUT SA XUTOM (Hit auf Hit) -wer hat ihn Euch zuerst empfohlen ?